Episode Bergedorf
Hatte ich letzte Woche schon berichtet, dass Amys Schwestern und ihr Schwager in unser Wohnzimmer eingezogen waren, so setzten Dan und Susan diese Woche noch einen darauf. So staunte ich nicht schlecht, als mir Dan am Freitag immer wieder neue Freunde vorstellte, die übers Wochenende bei uns blieben. Beim vierten Namen angekommen hatte ich den ersten natürlich schon wieder vergessen. Außerdem kam die Schwester von Susan vorbei. In der Summe macht das dann zwölf anstelle von vier.
Am Freitag abend bin ich mit den anderen Assistants von Cambridge losgezogen, und es hat uns in unsere Stammlokalität „Regal“ verschlagen, wo wir auch Dan und seine vier Schottenkumpels trafen. Ein guter Abend, solange der DJ den richtigen Ton traf, was er leider viel zu schnell nicht mehr tat. Als ich am Samstag morgen meinen Weg in die Küche bahnte, mußte ich an allerlei Schotten vorbei, die unter der Treppe und im Gang lagen.
Eigentlich hatten wir beschlossen zu viert, also alle Assistants der Schule, am Samstag abend ins Kino zu gehen. Leider ist auf die beiden Französinnen sehr wenig bis gar kein Verlaß, so dass aus vier schon wieder nur zwei wurde. Was aber auch kein Problem war, sind Sofi und ich halt allein in „Sherlock Holmes“ gegangen. Mir hat vor allem die Darstellung der Charaktere Holmes und Watson sehr gut gefallen.
Am Sonntag begann dann das große Ausziehen. Erst verließen Amys Schwester und ihr Schwager das Wohnzimmer, das die Schotten dankend annahmen. Dann verließ ich unser Haus, um mich auf den Weg nach Hamburg zu machen. Abflug von Luton mit easyjet, Landung in Hamburg. Im Gepäck: 15 Schüler, die hier in Hamburg zehn Tage ein Praktikum machen und ihr deutsch verbessern wollen. Eigentlich hat alles super geklappt. Easyjet hat es allerdings hinbekommen, meinen verschlossen Koffer so zu schrotten, dass er jetzt weder verschließbar noch abschließbar ist. Er ist kaputt. Ich frage mich, wie das geht. Aber es geht. Ich habe easyjet gestern eine mail geschrieben. Bin gespannt, was passieren wird. Verdacht: nichts.
Heute stand dann der Empfang unserer Gruppe im Hansa Gymanasium an. Neben dem Bezirksvorsteher Bergedorf und diversen Lehrern wurde sogar der Schulchor bemüht, um uns hier zu begrüßen. Bergedorf ist der kleinste Bezirk von Hamburg und hat mal eben 100.000 Einwohner, ist also so groß wie Würzburg. Mein erster Eindruck nach kleinem Stadtrundgang: gemütlicher, schöner und sauberer Ort. Zweiter Eindruck: kalt. Dritter Eindruck: irgendwann hatten die Bergedorfer offensichtlich die Schnauze vom Schneeschippen voll. Die meisten Gehsteige ähneln einer Eisbahn. Mit so was habe ich schlechte Erfahrungen gemacht.
In der kommenden Woche werde ich mit Cordula, meiner Chefin, bei den verschiedenen Praktikumsplätzen nach dem rechten sehen. Ich glaube, das wird lustig! Gehabt euch wohl!